Energetische Inspektion

Das Ziel von energetischen Inspektionen liegt in der Bestimmung der Energieeffizienz von Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung, sowie der Bewertung der Potenziale zur Energieeinsparung. Hierdurch können dem Anlagenbetreiber Handlungsmöglichkeiten für eine wirtschaftliche Anlagenmodernisierung aufgezeigt werden. Dieses betrifft insbesondere Klima- und Kälteanlagen, wie auch Heizungsanlagen. In der europäischen Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) ist die regelmäßige Inspektion von Heizkesseln und Klimaanlagen in Gebäuden sogar explizit vorgeschrieben.

Klimaanlagen mit einer Nennleistung für den Kältebedarf von >12 kW unterliegen nach § 12 EnEV einer regelmäßigen energetischen Inspektion. Diese erfolgt erstmals 10 Jahre nach Inbetriebnahme und hat eine momentane Gültigkeit von 10 Jahren. Bei Klimaanlagen dessen Inbetriebnahme zwischen 30.09.1995 und 30.09.2003 liegt, hat eine energetische Inspektion bis spätestens 30.09.2013 zu erfolgen. Bei älteren Anlagen ist die Frist bereits abgelaufen. Der Betreiber der Klimaanlage hat auf Verlangen einen entsprechenden Nachweis gegenüber den zuständigen Landesbehörden vorzulegen. Mit der kommenden EnEV, mit dessen Erscheinung 2013 gerechnet wird, wird ein Kontrollsystem für Inspektionsberichte von Klimaanlagen eingeführt, weshalb man seiner Inspektionsverpflichtung schnellstens nachkommen sollte.

Die energetische Inspektion von Heizungsanlagen erfolgt, entsprechend den Anforderungen der EPBD, nach DIN EN 15378 und DIN 4792 (Stichwort Heizungscheck). Die energetische Inspektion von Heizungsanlagen ist aktuell nicht verpflichtend, sollte aber dennoch erfolgen, um einen bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Anlagenbetrieb zu gewährleisten.

Neben der ggf. gesetzlichen Verpflichtung sollte bei energetischen Inspektionen immer die Chance im Fokus stehen Energieeinsparpotenziale durch effizientere Produkte, durch die Nutzung regenerativer Energien und durch die Anlagenkonformität mit der ursprünglichen Auslegung und späteren Änderungen zu erschließen. Zum Beispiel sind bei nahezu allen Klimaanlagen Optimierungsmaßnahmen möglich, die bis zu 30 % Energieeinsparpotenzial bieten und oft nur ein geringes Investitionsvolumen erfordern, so eine Studie des Fachverbands Gebäude-Klima.